Pantomime trifft auf Sprachgewalt

von Christian Hennecke Die St. Michael Kirche am Brüsseler Platz ist – für Corona-Verhältnisse – gut gefüllt. Natürlich alles auf Abstand und mit viel Platz insbesondere nach oben unterm hohen Kirchengewölbe. Schon oft ist Milan Sladek hier aufgetreten. Nun spielt der gut 80’jährige, in Köln bestens bekannte Pantomime den King Lear, den alternden Monarchen aus … Weiterlesen

Der Teufel und die Korruption

Nikolai Gogols „Der Revisor“ voller Turbulenz im Kölner „Bauturm“-Theater aufgeführt. Von Günther Hennecke Köln – Im Dunkel der Kölner „Bauturm“-Bühne leuchtet hell ein Globus. Kommt da etwa die ganze Welt ins Bild? Wenig später wird die Stille des Raums grell durchbrochen, und aus dem Bühnenboden drängt eine in tiefes Rot getauchte, an einen Teufel erinnernde Figur … Weiterlesen

Als Ibiza seine Unschuld verlor

Stefan Bachmann inszeniert Elfriede Jelineks „Schwarzwasser“ als Deutsche Erstaufführung in KölnVon Günther Hennecke Köln – Man erinnert sich des Skandals, der gerade einmal 16 Monate her ist. Elfriede Jelinek lässt dazu gleich „Schwarzwasser“ fließen. Schmutzwasser, das politische Ränkespiele meist zurücklassen. Namen fallen nicht, aber die Kombination einer spanischen Insel namens Ibiza mit einer angeblich russischen … Weiterlesen

Weniger wäre mehr

Rainald Goetz‘ „Reich des Todes“ im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg uraufgeführt HAMBURG. Rainald Goetz erregte (1983) Aufsehen, als er sich beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb die Stirn aufschlitzte. Einige urteilten, er sei ein Spinner, andere dachten an einen PR-Gag, wieder andere meinten, Goetz habe auf die Dringlichkeit seines Textes und seines Anliegens hinweisen wollen. Letzteres hat einiges für … Weiterlesen

Nach packenden Disputen: 50 zu 17 für ärztliche Suizidhilfe

Zeitgleiche Uraufführung von Ferdinand von Schirachs „Gott“ in Düsseldorf und Berlin Von Günther Hennecke  Düsseldorf – Ferdinand von Schirachs Stück „Terror“ hat tiefe Spuren hinterlassen. Uraufgeführt vor fünf Jahren in Frankfurt am Main, hatte das Publikum das letzte Wort in einem moralischen Grundsatzkonflikt: Ist der Abschuss eines vollbesetzten Flugzeug, das in ein Stadion gesteuert werden soll, … Weiterlesen

Stierschädel für die Freiheit

Oliver Frljic inszeniert Kleists „Hermannsschlacht“ in KölnVon Günther Hennecke Köln – Stierköpfe auf dem Schädel, Masken vorm Gesicht, Flügelhelme als Herrschaftssymbol. Das Halbdunkel des Raums macht das germanisch–heldenhafte Raunen geradezu körperlich spürbar. Langsam, fast quälend gedehnt sind zudem die Bewegungen der Akteure, während sich ihre Stimmen, begleitet durch rhythmisch betonte Passagen auf einem Piano, nicht … Weiterlesen

Chaos-Spiele gegen Langeweile

Köln startet mit Jan Bosses Inszenierung „Warten auf Godot“ erfolgreich in die neue SpielzeitVon Günther Hennecke Köln – Kein Bäumchen zeugt von Leben. Alles ist von weißen Laken überzogen. „Komm, wir gehen“, resigniert Estragon auch gleich zu Beginn. „Wir können nicht“, entgegnete Wladimir. „Warum?“, bohrt Estragon nach. „Wir warten auf Godot“, glaubt der Freund zu … Weiterlesen

Rastloses Leben fürs Theater

Hansgünther Heyme wird 85 Von Günther Hennecke Köln – Als er 1968 von Wiesbaden nach Köln wechselte, hatte er bereits, mit der Inszenierung von Peter Weiss’ „Marat/Sade“, erstmals den deutschsprachigen Theater-Olymp erklommen. Vier weitere Einladungen zum „Berliner Theatertreffen“ sollten folgen: Friedrich Hebbels „Maria Magdalena“ aus Köln 1973, mit Friedrich Schillers „Demetrius“ und Lessings „Nathan“ 1983 … Weiterlesen

Zwei Theaterkoryphäen suchen ihren „King Lear“

Heyme und Sladek mit Shakespeare vereintVon Günther Hennecke Köln – Beide haben das Theater mächtig aufgemischt. Hansgünther Heyme das Schauspiel, Milan Sladek die Pantomime. Heyme machte bereits in den 60-er Jahren mit skandalträchtigen Schiller-Inszenierungen in Wiesbaden auf sich aufmerksam, prägte In den 70-er Jahren das Kölner Schauspiel und machte es zu einer der führenden Bühnen … Weiterlesen

Eine Trouvaille

Frank Castorf inszeniert „Der Geheimagent“ von Joseph Conrad Das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg plante, Anfang Mai eine Uraufführung herauszubringen, Frank Castorf s/wollte inszenieren – aber dann kam Corona. Castorf hatte vor, einen Roman zu adaptieren: „Der Geheimagent“ spielt in London Ende des 19. oder Anfang des 20. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt steht Adolf Verloc; jahrelang hat … Weiterlesen