Skepsis und Kritik

Maxim Billers neuer Roman: „Der falsche Gruß“ Maxim Billers neuer Roman „Der falsche Gruß“ ist so verflixt komplex und kompliziert, dass man ihn kaum nacherzählen kann. Im Mittelpunkt steht ein Icherzähler, dem es nach Anlaufschwierigkeiten und einem Himalaya von Selbstzweifeln gelingt, einen Roman zu schreiben, mit dem er Erfolg hat. Im Mittelpunkt dieses fiktiven Romans … Weiterlesen

„Die gefährlichste Form der Rohheit“

Moritz Rinke rüttelt sanft auf Moritz Rinke hat nicht nur seinem neuen Roman den Titel „Der längste Tag im Leben des Pedro Fernández García“ gegeben, sondern auch dem wichtigsten Kapitel. Pedro hat sich ermannt, er folgt dem Rat seines Freundes und fliegt mit ihm von seiner Heimatinsel Lanzarote nach Barcelona. Dorthin ist seine Frau ihrem … Weiterlesen

Die Idee wird zur materiellen Gewalt…

Maaza Mengistes „Der Schattenkönig“ Die Stärke von Maaza Mengistes „Schattenkönig“ ist das Sujet: Italiens imperialistische Invasion in Äthiopien 1935.  Ein unbeackertes Feld. Die Autorin,  1971 in Addis Abeba geboren, klärt auf über die Barbarei des faschistiscvhen Italiens – allerdings schreibt sie im „Dank“ am Ende: „Dieses Buch erzählt eine erfundene Geschichte“ – erfunden im starken … Weiterlesen

Leben und Tod

John  von Düffels neuer Roman „Die Wütenden und die Schuldigen“ John von Düffel vermerkt auf der Rückseite des Umschlags von seinem neuen Roman: „Die Wütenden und die Schuldigen“, es sei „Zeit, zu den großen Fragen zurückzukehren“. Er hält Wort: Es geht um Leben und Tod – und um die Kunst. Düffel neigt seit seinen (längst … Weiterlesen

Terror & Gegenterror

Ian McGuire „Der Abstinent“ Zehn Seiten vor Ende könnte Ian McGuire seinen neuen Roman „Der Abstinent“ gut, positiv, optimistisch enden lassen, aber dann… Der Abstinent, der dem Roman seinen Namen gibt, heißt James O’Connor, lebt Mitte des 19. Jahrhunderts, und ist Polizist. In Dublin hat er wegen einer Krise angefangen zu trinken und wird von … Weiterlesen

Juli Zeh accuse

Juli Zehs „Über Menschen“ Juli Zeh hat ihren eigenen Kopp, schwimmt mit Lust gegen den Strom. Sie ist liberal bis in die Knochen, Juristin, die den Zweifel als Tugend systematisch betreibt, und sie möchte uns, ihre Leser*innen, überzeugen, dass diese Methode so ihre Vorteile hat. Dazu hat sie eine Geschichte erfunden, mit der sie für … Weiterlesen

Taugenichtse & Nichtsnutze

Klaus Modicks „Fahrtwind“ Klaus Modick hat mit „Fahrtwind“ Joseph von Eichendorffs „Aus dem Leben eines Taugenichts“ überschrieben. Eichendorffs Erzählung spielt im frühen 19., Modicks Roman im späten 20. Jahrhundert, in den Siebziger Jahren.  Ein junger Mann soll Nachfolger seines erfolgreichen Vaters, eines Unternehmers, werden, er soll die Firma übernehmen, tüchtig und wohlhabend wie Papi werden. … Weiterlesen

Rundum humorvoll. Selbstkritisch. Witzig. Geistreich.

Klaus Modicks „Bestseller“ Klaus Modicks „Bestseller“ ist, obwohl nur 272 Seiten schmal, ein ungemein reicher Roman; eine Satire; mehr, eine Abrechnung mit dem Literaturbetrieb; noch mehr: mit der Kultur unserer Tage – die Kritik gleich mit einbezogen. Und ein Pageturner. Lukas erbt; er ist Schriftsteller, sein Erfolg überschaubar wie auch seine Einkünfte. Deshalb freut er … Weiterlesen

Scharfsinnig

Klaus Modicks „Die Schatten der Ideen“ Den Konflikt zweier Kräfte rückt Klaus Modick ins Zentrum seines spannenden Romans „Die Schatten der Ideen“: Den freien Bürger auf der einen Seite, auf der anderen die wohltätigen Einrichtungen der Regierung der Vereinigten Staaten zum Schutz der Freiheit. Moritz Carlsen, ein deutscher Schriftsteller, bekommt in den achtziger Jahren des … Weiterlesen

Gut erzählt

Klaus Modicks „Der kretische Gast“ Klaus Modick hat mit seinem „Kretischen Gast“ einen antifaschistischen Roman geschrieben. Ein junger Historiker, der eben (1975) sein Examen bestanden hat, bekommt Streit mit seinem Vater, einem wohlsituierten Rechtsanwalt, als er ihn nach einem alten Foto fragt, das im Zweiten Weltkrieg auf Kreta aufgenommen wurde. Warum regt der Vater sich … Weiterlesen