Donalds Geister

Einsame Spitze: Eine neue Geschichte der Vereinigten Staaten Wer besser verstehen will, wie Donald und viele seine WählerInnen denken & fühlen, findet Rat in Jill Lapores (*1966)  neuer Geschichte der Vereinigten Staaten. Sie nennt ihr Werk „Diese Wahrheiten“ – eine Anspielung auf die Unabhängigkeitserklärung der USA. Dort steht, alle Menschen seien gleich geschaffen – das … Weiterlesen Donalds Geister

Schade

Roberto Ciulli ehren Die beiden neuen Bücher über Roberto Ciulli (*1934) wiegen schwer: fast drei Kilo. Ein Ziegelstein und ein halber. Die Bände haben eine schlichte Anmutung: Pappe. Blau und Rot. Der rote erste Band ist am interessantesten wegen der AutoBiographie Ciullis. In ihrem Vorwort schreiben Alexander Wewerka und  Jonas Tinius: „Das Theater an der … Weiterlesen Schade

Feurio

John  von Düffels neuer Roman „Der brennende See“ John von Düffel lässt in seinem neuen Roman „Der brennende See“ keinen See wirklich brennen, mit einer einzigen Ausnahme, gleich zu Anfang: „Der Bellandursee ist die apokalyptische Sehenswürdigkeit von Bangalore: Das größte Gewässer der Stadt ist so verschmutzt, dass die Chemikalien und Abfälle darin immer wieder Feuer … Weiterlesen Feurio

Eine Trouvaille

Frank Castorf inszeniert „Der Geheimagent“ von Joseph Conrad Das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg plante, Anfang Mai eine Uraufführung herauszubringen, Frank Castorf s/wollte inszenieren – aber dann kam Corona. Castorf hatte vor, einen Roman zu adaptieren: „Der Geheimagent“ spielt in London Ende des 19. oder Anfang des 20. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt steht Adolf Verloc; jahrelang hat … Weiterlesen Eine Trouvaille

Übersichtlich unübersichtlich

Eine anspruchsvolle Zumutung: Hilary Mantels „Spiegel und Licht“ Der Druck auf Hilary Mantel dürfte enorm gewesen sein. Schon für den ersten Band ihrer Tudor-Trilogie („Wölfe“) hatte die englisch Autorin (* 1952) den Booker-Preis bekommen, dann auch noch für den zweiten, den mittleren Band („Falken“) – eine solche Doppelung ist eine absolute Ausnahme. Würde sie es … Weiterlesen Übersichtlich unübersichtlich

Die Justiz am Pranger

John Grishams herzwärmende „Wächter“ „Die Wächter“ sind eine außerordentlich befriedigende Lektüre. John Grisham schildert Fälle von Männern, die unversehens in die Mühlen der Justiz geraten   und unschuldig in Gefängnissen sitzen. Einer der „Wächter“, die dem Roman seinen Titel geben, ist Anwalt einer kleinen gemeinnützigen Organisation, die solche Fälle aufgreift und versucht, Unschuldige freizubekommen. Cullen Post … Weiterlesen Die Justiz am Pranger

Die Achtsamkeit im Fadenkreuz

Karsten Dusse: Achtsam Morden Ziel des Spotts in Karsten Dusses Roman „Achtsam morden“ ist die Achtsamkeit. Und er trifft ins Schwarze. Wer den Roman offen liest, schreibt Dusse im Nachwort, „wird merken, dass mir Achtsamkeit – bei allem Humor – wichtig ist. Eine achtsame Lebenseinstellung macht vieles leichter. Achtsamkeit ist allerdings kein Heilmittel für alles … Weiterlesen Die Achtsamkeit im Fadenkreuz

Nachtigall, ick hör dir trapsen

Nachtigall, ick hör dir trapsen Antikommunist über Karl Marx   Wer Uwe Wittstocks neues Buch liest, wundert sich, dass der Autor seinen „Karl Marx beim Barbier“ als „Roman“ bezeichnet. Lange Passagen sind wie eine Biographie gerschrieben, ein Sachbuch, ein umfänglicher Essay; erst zum Schluss lässt Wittstock, der bei prononciert konservativen Medien als Journalist gearbeitet hat, … Weiterlesen Nachtigall, ick hör dir trapsen