Der Teufel und die Korruption

Nikolai Gogols „Der Revisor“ voller Turbulenz im Kölner „Bauturm“-Theater aufgeführt. Von Günther Hennecke Köln – Im Dunkel der Kölner „Bauturm“-Bühne leuchtet hell ein Globus. Kommt da etwa die ganze Welt ins Bild? Wenig später wird die Stille des Raums grell durchbrochen, und aus dem Bühnenboden drängt eine in tiefes Rot getauchte, an einen Teufel erinnernde Figur … Weiterlesen

Als Ibiza seine Unschuld verlor

Stefan Bachmann inszeniert Elfriede Jelineks „Schwarzwasser“ als Deutsche Erstaufführung in KölnVon Günther Hennecke Köln – Man erinnert sich des Skandals, der gerade einmal 16 Monate her ist. Elfriede Jelinek lässt dazu gleich „Schwarzwasser“ fließen. Schmutzwasser, das politische Ränkespiele meist zurücklassen. Namen fallen nicht, aber die Kombination einer spanischen Insel namens Ibiza mit einer angeblich russischen … Weiterlesen

Weniger wäre mehr

Rainald Goetz‘ „Reich des Todes“ im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg uraufgeführt HAMBURG. Rainald Goetz erregte (1983) Aufsehen, als er sich beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb die Stirn aufschlitzte. Einige urteilten, er sei ein Spinner, andere dachten an einen PR-Gag, wieder andere meinten, Goetz habe auf die Dringlichkeit seines Textes und seines Anliegens hinweisen wollen. Letzteres hat einiges für … Weiterlesen

Stierschädel für die Freiheit

Oliver Frljic inszeniert Kleists „Hermannsschlacht“ in KölnVon Günther Hennecke Köln – Stierköpfe auf dem Schädel, Masken vorm Gesicht, Flügelhelme als Herrschaftssymbol. Das Halbdunkel des Raums macht das germanisch–heldenhafte Raunen geradezu körperlich spürbar. Langsam, fast quälend gedehnt sind zudem die Bewegungen der Akteure, während sich ihre Stimmen, begleitet durch rhythmisch betonte Passagen auf einem Piano, nicht … Weiterlesen

Chaos-Spiele gegen Langeweile

Köln startet mit Jan Bosses Inszenierung „Warten auf Godot“ erfolgreich in die neue SpielzeitVon Günther Hennecke Köln – Kein Bäumchen zeugt von Leben. Alles ist von weißen Laken überzogen. „Komm, wir gehen“, resigniert Estragon auch gleich zu Beginn. „Wir können nicht“, entgegnete Wladimir. „Warum?“, bohrt Estragon nach. „Wir warten auf Godot“, glaubt der Freund zu … Weiterlesen

Rastloses Leben fürs Theater

Hansgünther Heyme wird 85 Von Günther Hennecke Köln – Als er 1968 von Wiesbaden nach Köln wechselte, hatte er bereits, mit der Inszenierung von Peter Weiss’ „Marat/Sade“, erstmals den deutschsprachigen Theater-Olymp erklommen. Vier weitere Einladungen zum „Berliner Theatertreffen“ sollten folgen: Friedrich Hebbels „Maria Magdalena“ aus Köln 1973, mit Friedrich Schillers „Demetrius“ und Lessings „Nathan“ 1983 … Weiterlesen

Zwei Theaterkoryphäen suchen ihren „King Lear“

Heyme und Sladek mit Shakespeare vereintVon Günther Hennecke Köln – Beide haben das Theater mächtig aufgemischt. Hansgünther Heyme das Schauspiel, Milan Sladek die Pantomime. Heyme machte bereits in den 60-er Jahren mit skandalträchtigen Schiller-Inszenierungen in Wiesbaden auf sich aufmerksam, prägte In den 70-er Jahren das Kölner Schauspiel und machte es zu einer der führenden Bühnen … Weiterlesen

Freies Geleit für Jan Maršálek

Interview mit Carl Zuckmayer: Hochstapelei und Genialität Die Fragen stellte Ulrich Fischer Frage: Herr Zuckmayer, Sie arbeiten an einem neuen Stück? Carl Zuckmayer: Ja, es geht um Jan Maršálek, Einer der genialen Leiter der Firma Wirecard. Frage: Genial? Der Mann ist doch mutmaßlich ein Betrüger! Zuckmayer: Betrüger?? Nein. Ein Magier, ein Illusionskünstler. Er kann die … Weiterlesen

Bilanz

Bilanz Frank Castorfs letzte Tage als Berliner Volksbühnenintendant   BERLIN. Frank Castorfs Bilanz als Intendant der Volksbühne kann sich nach 25 Jahren sehen lassen. Er hat ein Ensemble zusammengeführt, dessen Renommee weit über die Grenzen unserer Republik hinaus strahlt und das schwerste Brocken stemmen kann; seine Regiekollegen an der Volksbühne, vor allem René Pollesch, genießen … Weiterlesen

Scherz, Satire, Revolution und tiefere Bedeutung

Scherz, Satire, Revolution und tiefere Bedeutung René Polleschs „Ich kann nicht mehr“ in Hamburg uraufgeführt   HAMBURG.  René Pollesch am Deutschen Schauspielhaus wieder zu treffen, ist reizvoll, denn dort hat   seine staunenswerte Karriere als DramatikerRegisseur im Jahr 2000 einen starken Schub bekommen. Pollesch ist eine absolute Ausnahme. Dramatiker pflegen in der bürgerlichen Gesellschaft Stücke zu … Weiterlesen