Federleicht und bedenkenschwer

René Polleschs „J’accuse“ im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg uraufgeführt HAMBURG.  Eben hat René Pollesch die Intendanz der Berliner Volksbühne übernommen, eben   wurde dort die Uraufführung eines neuen Stücks von ihm gezeigt, das er – wie immer – selbst auch inszeniert hat, da haut er schon wieder eine neue Uraufführung raus:  am Samstag (25. 9.) „J’accuse!“ … Weiterlesen

Mal was ganz Grundsätzliches

Das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg – Licht & Schatten HAMBURG.   Respekt ist mein Grundgefühl gegenüber dem Deutschen Schauspielhaus in Hamburg – eine der großen und tonangebenden Bühnen unserer Republik. Mein Respekt gilt gleichermaßen der Technik, die täglich Wunder vollbringt, wie den künstlerischen Sparten, an der Spitze der Intendantin und Ersten Regisseurin, Karin Beier – und … Weiterlesen

„Die gefährlichste Form der Rohheit“

Moritz Rinke rüttelt sanft auf Moritz Rinke hat nicht nur seinem neuen Roman den Titel „Der längste Tag im Leben des Pedro Fernández García“ gegeben, sondern auch dem wichtigsten Kapitel. Pedro hat sich ermannt, er folgt dem Rat seines Freundes und fliegt mit ihm von seiner Heimatinsel Lanzarote nach Barcelona. Dorthin ist seine Frau ihrem … Weiterlesen

Ende gut, aber nicht alles …

Bühnenfassung von David Grossmans Roman „Was Nina wusste“ im Malersaal des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg uraufgeführt HAMBURG.  Es ist verblüffend: trotz eines brillanten Ensembles, einer spannenden, bewegenden Geschichte, einer gekonnten Inszenierung erscheint „Was Nina wusste“ missraten – warum dieser Roman, den David Grosmann nach einer wahren Geschichte geschrieben hat, auf die Bühne muss, erschließt sich … Weiterlesen

Das Buch ist besser

Bühnenadaption von Ian McEwans Roman „Kindeswohl“ im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg uraufgeführt HAMBURG.  „Kindeswohl“ – was ist das? Ian McEwan konstruiert zur Erörterung der Frage einen kniffligen Fall. Adam ist siebzehn und leidet an Leukämie. Seine Eltern lehnen die lebensrettende Behandlung mit Blutderivaten ab – sie sind Zeugen Jehovas. Ärzte rufen, um dem Jungen das … Weiterlesen

Die Idee wird zur materiellen Gewalt…

Maaza Mengistes „Der Schattenkönig“ Die Stärke von Maaza Mengistes „Schattenkönig“ ist das Sujet: Italiens imperialistische Invasion in Äthiopien 1935.  Ein unbeackertes Feld. Die Autorin,  1971 in Addis Abeba geboren, klärt auf über die Barbarei des faschistiscvhen Italiens – allerdings schreibt sie im „Dank“ am Ende: „Dieses Buch erzählt eine erfundene Geschichte“ – erfunden im starken … Weiterlesen

Theater schlägt Gerichtshof

Felicia Zeller war schneller Felicia Zeller war schneller als der Bundesgerichtshof. Schon im Januar letzten Jahres wurde ihr Stück „Der Fiskus“   uraufgeführt. Dort sagte Bea, Beamtin in einem maroden Finanzamt, über Cum-Ex-Geschäfte: „Das ist asozial!/Ständig werden Sozialarbeiter in Problemviertel geschickt/Um Menschen wieder in die Gesellschaft zu integrieren/Aber wer geht in den anderen Problembereich unserer Gesellschaft/Dahin, … Weiterlesen

Leben und Tod

John  von Düffels neuer Roman „Die Wütenden und die Schuldigen“ John von Düffel vermerkt auf der Rückseite des Umschlags von seinem neuen Roman: „Die Wütenden und die Schuldigen“, es sei „Zeit, zu den großen Fragen zurückzukehren“. Er hält Wort: Es geht um Leben und Tod – und um die Kunst. Düffel neigt seit seinen (längst … Weiterlesen

Dommage: Festival d’Avignon

AVIGNON.  Das Festival d’Avignon eröffnet mit einem Paukenschlag: Isabelle Huppert tritt auf, auf der großen Bühne, im Ehrenhof des Papstpalastes; sie spielt Ljubów, die Hauptrolle in Tschechows Kirschgarten. Regie führt Tiago Rodrigues, ein portugiesischer Regisseur und Theaterleiter, Namensvetter des bekannteren Fußballspielers. Olivier Py (*1965) leitet des Festival, er ist Dramatiker, Regisseur, Schauspieler – und nicht … Weiterlesen

Politik und Theater

Feministisches Theater, aktuell gewendet Angelika Richter ist eine der scharfsinnigsten und -sichtigsten Komödiantinnen unserer Epoche. Sie spielt mit in Karin Beiers Uraufführungsinszenierung von Elfriede Jelineks neuer Farce „Lärm. Blindes Sehen. Blinde sehen!“ Eine der vielen Rollen, die sie verkörpert, ist eine wohlhabende oder reiche Dame, die in Ischgl an den  Après Ski -Orgien mitgefeiert hat, … Weiterlesen